Neu auf dem Venusberg: Das DZNE

Auf dem Gelände des UKB, hoch oben auf dem Bonner Venusberg, erstreckt sich ein neues Gebäude: Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Bislang waren die DZNE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bonn in verschiedenen Liegenschaften untergebracht. Nun sind sie unter einem Dach versammelt. Rund 500 Beschäftigte aus aktuell über 50 Nationen sind jetzt im Gebäudekomplex tätig.

Gehirnkrankheiten im Fokus

Das DZNE widmet sich sämtlichen Facetten neurodegenerativer Erkrankungen: von der Grundlagenforschung und klinischen Studien über die Populationsstudien bis hin zur Pflege- und Versorgungsforschung. Die verschiedenen Aktivitäten werden strategisch gesteuert, um die Translation von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Anwendung zu fördern. Das DZNE umfasst bundesweit neun Standorte, an denen insgesamt über 1.000 Beschäftigte arbeiten. Bonn ist der größte Standort und zugleich Sitz von Vorstand und Administration. In Bonn werden auch diverse klinische Studien koordiniert, die das DZNE nach einheitlichen Standards an verschiedenen Standorten durchführt. Diese Vorgehensweise erweitert die Zahl möglicher Studienteilnehmer und stärkt die statistische Aussagekraft der Ergebnisse.

Der Gebäudekomplex beherbergt die in Bonn ansässigen Forschungsbereiche Grundlagenforschung, klinische Forschung und Populationsforschung sowie die zentrale Administration für alle neun Standorte des DZNE. Spezielle Kommunikationsbereiche in den Gelenken zwischen den Gebäuden sollen den Austausch zwischen den verschiedenen Forschungsbereichen fördern. Die Lage des DZNE auf dem UKB-Gelände ist außerdem ideal für eine intensive Kooperation mit der Universität und dem Uniklinikum. Das DZNE ist über einen Tunnel mit der Uniklinik für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik (NPP) verbunden, mit dem es eng kooperiert. Generell können sich Wissenschaftler am DZNE und am UKB durch die kurzen Wege nun noch besser vernetzen.

Innovativ, nachhaltig, effizient

Der DZNE-Neubau wurde vom Architekturbüro wulf Architekten GmbH aus Stuttgart geplant und ist einer der größten Forschungsbauten in Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für Bau und Erstausstattung betragen 126,8 Millionen Euro. Finanziert wurde dies zu zwei Drittel aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung und zu einem Drittel aus Bundesmitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Gesamtfläche des Komplexes beträgt 35.000 m2. Dies entspricht einer Größe von fünf Fußballfeldern. Die Arbeitsfläche in den Laboratorien hat eine Gesamtlänge von ca. 1,3 km. Ca. 37 000 m3 Beton wurden verbaut, was 185 Millionen Gläsern Kölsch entspricht. 2.403 farbige Glaslamellen zieren die Fassade des Neubaus. Diese sind zum Teil beweglich und richten sich nach dem Sonnenstand aus. Die Farben dieses Sonnenschutzes sollen das Farbenspiel des benachbarten Waldes im Jahresverlauf widerspiegeln.

Auch an die Umwelt wurde gedacht: Der Neubau wird umweltschonend betrieben. So stammt zum Beispiel die Energie für die Heizung aus einer Geothermieanlage, Wärmerückgewinnung sowie einem sehr effizienten Blockheizkraftwerk. Auch darüber hinaus wurde Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Angestrebt wird eine bei Laborgebäuden bisher noch nie vergebene „Gold“- Zertifizierung nach dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“. Im Erdgeschoß des Eingangsgebäudes ist zudem die Kantine des DZNE untergebracht, die offen für UKB-Beschäftigte, Studierende und Gäste ist. Das DZNE freut sich auf Ihren Besuch!

Text: DZNE/ckn