Universitätsklinikum Bonn in neuem Bündnis gegen Krebs

DKH fördert gemeinsames Krebszentrum der Unikliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln

Bonn, 26. April 2019 – Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) ist Teil eines deutschlandweit einzigartigen Verbundes im Kampf gegen Krebs. Mithilfe einer Förderung der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH) haben sich die Universitätskliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf zum „Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf (ABCD)“ zusammengeschlossen, um ihre Schlagkraft bei der Weiterentwicklung der Krebsmedizin und der Patientenversorgung maximal zu erhöhen.

Das UKB wird damit Teil einer Kooperation von mehr als 200 Fachkliniken und Instituten, die zusammen in einem Einzugsgebiet für insgesamt 11 Millionen Menschen eine bestmögliche Versorgung bei Krebserkrankungen ermöglichen. Diese Kooperation dient zweierlei Zielen: Auf einer nunmehr breiteren Basis von Studien können neue Erkenntnisse in der Krebsforschung schneller und fundierter generiert werden. Diese Erkenntnisse sollen nachfolgend möglichst rasch in die Versorgung der krebserkrankten Patienten an Kliniken und an niedergelassenen Praxen einfließen. Dafür stellt die DKH eine Förderung von sechs Millionen Euro im Rahmen von vier Jahren bereit und wird dadurch die Initiative der Comprehensive Cancer Center (CCC) weiterentwickeln.

Krebsmedizin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Innerhalb des UKB arbeiten je nach Krankheitsbild bis zu 50 Fachbereiche in der onkologischen Versorgung von Patienten zusammen und bilden damit das CIO Bonn. Bislang gab es eine zwölfjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem CIO-Standort Köln, der nun um die Standorte Aachen und Düsseldorf erweitert werden konnte. Der Standort Bonn zeichnet sich in der Krankenversorgung und Forschung in seinem onkologischen Schwerpunkt durch eine große Breite aus, z. B. durch die Schwerpunkte Tumorimmunologie, Palliativmedizin, Interventionelle Therapie sowie Versorgungsforschung und Psychoonkologie. Bei der Patientenversorgung liegt der Fokus unter anderem auf der Neuroonkologie, der Uro-Onkologie mit Schwerpunkt Prostatakarzinom, HNO- und Kopf-Hals-Tumoren, den Keimzelltumoren, Haut-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs, Brustkrebs sowie familiären Tumorerkrankungen mit Schwerpunkt Darmkrebs.

Bei der Behandlung am UKB steht dabei immer der Patient im Mittelpunkt. Praktisch bedeutet dies, dass Diagnostik- und Therapieoptionen jedes onkologischen Patienten in einem der 15 wöchentlich stattfindenden Tumorboards individuell besprochen werden. „Für uns ist wichtig, dass der Patient Entscheidungen mittrifft. Das gehört zu unserem ganzheitlichen Ansatz“, betont Prof. Schmidt-Wolf, dessen Aufgabe es als Direktor der Abteilung für Integrierte Onkologie und Ärztlichem Leiter des CIO Bonn unter anderem ist, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschung, Lehre sowie Krankenversorgung zu koordinieren.

Wie umfassend man die Interdisziplinarität am CIO tatsächlich versteht, unterstreicht Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB: „Insbesondere in der Grundlagenforschung können wir auf ein breites Wissen der verschiedenen Bereiche zurückgreifen. So kommt uns bei der Fortentwicklung der Krebsimmuntherapie die wissenschaftliche Stärke unseres Exzellenzclusters ImmunoSensation zugute. Für die Immuntherapie in der Krebsbehandlung wurde der letzte Nobel-Preis für Medizin verliehen, und in diesem Gebiet hat das Universitätsklinikum Bonn einen besonderen Schwerpunkt.“ So arbeiten in Bonn beispielsweise Bioinformatiker und Mathematiker gemeinsam daran, künstliche Intelligenz oder Big Data für die Tumordiagnostik zu nutzen, z. B. in der Arbeitsgruppe von Prof. Michael Hölzel für Experimentelle Onkologie. Aus der immun-onkologischen Forschung in Bonn entwickelte sich auch zusammen mit Kollegen in München ein Therapieansatz, der jetzt von einer internationalen Pharma-Firma zu einem innovativen Medikament verfügbar gemacht wird.

An den Bonner Fortschritten können nun auch die Patienten an den drei weiteren CIO-Standorten in NRW teilhaben.

Zur Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Bildunterschrift (v.li.): Prof. Dr. Michael Hölzel, Direktor des Instituts für Experimentelle Onkologie, Prof. Dr. med. Ingo Schmidt-Wolf, Direktor der Abteilung für Integrierte Onkologie, und Prof. Dr. Peter Brossart, Direktor und Vorstandsvorsitzender des CIO Bonn.
Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn, 2019

Pressekontakt 

Ute-Andrea Ludwig

Pressesprecherin am UKB
Leitung Kommunikation & Medien

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