Welt-Parkinson-Tag am UKB

Bonn, 11. April 2019 – Muskelverspannung, Schwäche, Riechstörungen, gelegentlich auch Schmerzen oder Zittern: die ersten Anzeichen der Parkinson’schen Erkrankung sind nicht eindeutig und die Diagnose wird oft verzögert gestellt. Parkinson gehört zu den chronischen Nervenerkrankungen, ist aber gut therapierbar. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist Bewegungstherapie. „Intensives körperliches Training, ebenso wie eine bewusste Ernährung sind für Menschen mit Parkinson besonders wichtig – gerade wenn die Bewegung schwer fällt“, erklärt Prof. Dr. Ullrich Wüllner, Leiter Sektion Bewegungsstörungen an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn. „Bewegung öffnet Perspektiven“ lautet deshalb das Motto der Infoveranstaltung, die Wüllner am morgigen Welt-Parkinson-Tag für Ärzte initiiert.

Bei Morbus Parkinson sterben nach und nach verschiedene Nervenzellen des Gehirns ab, sodass die Bildung wichtiger Botenstoffe, sogenannter Neurotransmitter, darunter auch Dopamin, verringert wird. Die Erkrankung tritt meistens nach dem 60. Lebensjahr auf und betrifft etwa 1-2 % der über 75-Jährigen. Zittern, Gangunsicherheit und Muskelsteifheit gehören zu den typischen Symptomen. In Deutschland sind rund 350.000 Menschen betroffen – somit gehört Parkinson zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems.

Prof. Dr. Ullrich Wüllner, Leiter Sektion Bewegungsstörungen an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKBFotonachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB) / J. Saba

„Bewegung hilft den Patienten, langfristig in besserer Verfassung zu bleiben“, fasst Wüllner die Vorteile eines bewegten Lebensstils zusammen. Bewegungstraining ist ein unterstützender Therapieansatz, zusätzlich zu den Medikamenten, mit denen das chemische Gleichgewicht der Neurotransmitter verbessert wird. „Regelmäßiges körperliches Training kann nicht nur die Krankheitssymptome abmildern, sondern übt wahrscheinlich auch eine Schutzwirkung auf das Gehirn aus. „Durch Bewegung zu Musik werden nicht nur Muskeln und Gelenke sondern auch kognitive Funktionen gefordert,“ so der Neurologe Wüllner. Dies wird auch in einer Initiative des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) „Ausdauertraining im Alter“ (ENERGL) untersucht.

Diese und andere Erkenntnisse werden am Welt-Parkinson-Tag im Hörsaal des DZNE auf dem Venusberg vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kombination von Bewegung und Musik und Tanz.

Der Welt-Parkinson-Tag findet jährlich am 11. April statt, um auf die Parkinson Erkrankung aufmerksam zu machen. Denn auch rund 200 Jahre nach der ersten Beschreibung durch den englischen Arzt James Parkinson ist die neurologische Erkrankung immer noch unheilbar.

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) beschäftigt mehr als 8.000 Mitarbeiter, hat über 1.300 Betten und behandelt rund 50.000 stationäre und 350.000 ambulante Patienten jährlich. Das UKB hat den zweithöchsten Fallschweregrad (CMI) bei der Behandlung von Patienten in Deutschland und ist in NRW in der Forschung (NRW-leistungsorientierte Mittelvergabe) auf Platz 1 gelistet. Neben 3.000 Medizinstudierenden gibt es etwa 500 Auszubildende in den Gesundheitsberufen.

Ansprechpartner für die Medien

Ute-Andrea Ludwig

Pressesprecherin am UKB
Leitung Kommunikation & Medien

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ute-andrea.ludwig@ukbonn.de

Fachlicher Ansprechpartner

Prof. Dr. U. Wüllner

Leiter Sektion Bewegungsstörungen,
Klinik und Poliklinik für Neurologie
am Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Leiter Kooperationseinheit klinische Forschung Biomarker Parkinson, Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE Bonn)

Venusberg-Campus 1
(ehemals Sigmund-Freud-Str. 25)
53127 Bonn
0228 2871-5712 / 5736