Integrationsinitiative: Agentur für Arbeit und Universitätsklinikum Bonn ziehen positive Bilanz

Insgesamt 81 Flüchtlinge haben Berufsperspektiven kennengelernt

Bonn, 27. November 2018 –Mit Praktika und Sprachkursen in den Beruf –das war das Ziel einer gemeinsamen Flüchtlingsinitiative des Universitätsklinikums Bonn und der Agentur für Arbeit Bonn. Zum Ende der zweijährigen Kooperation ziehen beide Institutionen eine positive Bilanz: Von insgesamt 81 Praktikanten mit Flüchtlingshintergrund haben 23 eine Ausbildung am UKB begonnen.

Um geflüchteten Menschen schnell und unbürokratisch berufliche Perspektiven aufzuzeigen, entwickelten das UKB, die Agentur für Arbeit Bonn und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Integrationsinitiative „Projekt Zukunft“. Das Praktikumskonzept verband das Kennenlernen eines Berufs mit Deutschkursen und gleichzeitiger sozialpädagogischer Betreuung am Arbeitsplatz. Die gezielte Erweiterung der Sprachkenntnisse und die alltagsnahe Begleitung durch eine sozialpädagogische Fachkraft ermöglichten den Geflüchteten eine schnellere Orientierung in der ihnen bislang ungewohnten Gesellschaft. 

„Als drittgrößtes Unternehmen der Region wollten auch wir einen Beitrag zur gelungenen Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft leisten“, erklärt Alexander Pröbstl, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Bonn (UKB), die Motivation zur Initiative. „Gerade im Bereich der Pflege hat das UKB Bedarf an motivierten Mitarbeitern und kann dort aber auch in vielen anderen  Berufsfeldern eine langfristige Perspektive bieten.“

Gruppenfoto der Projektbeteiligten.
Die am Projekt beteiligten Personen trafen sich zu einer Abschlusssitzung am UKB und zogen Bilanz (v. l. n. r.): Maria Hesterberg, Leiterin des UKB-Bildungszentrums, Sonja Stenzel, Sozialarbeiterin am UKB, Victoria Wulf, Berufsberaterin Integration Point, Sabine Helbig, stellv. Leiterin des Aubildungszentrums für Pflegeberufe am UKB, Andrzej Taube, stellv. Schulleiter der Euroschulen Bonn, Birgit Lußem, Berufsberaterin Integration Point er Agentur für Arbeit Bonn, Angela Fechner, Projektkoordination Intetrationsinitiative am UKB, Manfred Kusserow, Geschäftsführer operativ Agentur für Arbeit Bonn, Nhazat Hannan, Auszubildende am UKB, Martin Siekmeier, Arbeitsvermittler Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bonn, Maritta Bellinghausen, Bereichsleiterin GE bei der Agentur Arbeit, Gerrit Klemm, Ausbildungsbeauftragter am UKB, und Thomas Kill, Teamleiter Arbeitgeberservice Bonn/Rhein-Sieg.

Chancen für 81 Menschen

Diese Chancen auf berufliche Integration haben insgesamt 81 Frauen und Männer ergriffen. Nach einem erfolgreichen dreimonatigen Praktikum haben 23 von ihnen nachfolgend eine Ausbildung am UKB angefangen: 14 in der Pflege, zwei als Audiologieassistenz, zwei als Elektroniker und je einer als Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZMFA), Industriemechaniker, Kaufmann im Büromanagement und Raumausstatter. Weitere 15 Geflüchtete absolvieren derzeit noch ein Praktikum oder einen Bundesfreiwilligendienst am UKB. Zusätzlich haben 22 Teilnehmer an anderer Stelle eine

Beschäftigung oder eine Ausbildung begonnen, zwei studieren an einer deutschen Hochschule. Die anderen 16 befinden sich in einer anderen Maßnahme, noch auf der Suche nach Arbeit bzw. einer Ausbildung, drei Frauen sind in Elternzeit. 

Auch Manfred Kusserow, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bonn, wertet den Projektverlauf als Erfolg: „Das Universitätsklinikum bietet vielfältige Möglichkeiten an betrieblichen und schulischen Ausbildungen an. Damit ist es der ideale Partner für die Agentur für Arbeit, um Flüchtlinge, die viele Ausbildungen und Ausbildungswege noch gar nicht kennen, in größerer Zahl in den regionalen Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ist bei fast allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch gelungen. Wesentlich für den Erfolg war zum einen die Konzeption, d.h. ein Mix aus beruflicher Tätigkeit und berufsbegleitendem Sprachunterricht, aber vor allem auch der Einsatz und das Engagement aller Beteiligten sowie die sehr gute Kooperation.“

Partner des Projekts war die Primus Rheinland GmbH Euroschulen, deren berufsbezogene Sprachförderung vom Europäischen Sozialfond und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziell gefördert wurde. Die ursprünglich vereinbarten 45 Praktikumsplätze wurden im Rahmen der Projektlaufzeit auf 81 Stellen erhöht. Da die Zahl der Menschen mit Flüchtlingshintergrund rückläufig ist, die Angebote berufs- und sprachbezogener Initiativen aber angestiegen sind, verfügen die jetzigen Bewerber mit Flüchtlingshintergrund über erheblich bessere Sprach- und Gesellschaftskenntnisse. Daher haben das UKB und die Agentur für Arbeit beschlossen, das Projekt in der bisherigen Form zu beenden. Bewerbungen von Geflüchteten sind am UKB weiterhin gerne willkommen.