Klinik stellt ihr Angebot für ältere Menschen vor

Tag der offenen Tür in der Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie

Am Samstag, 22. September, öffnet die Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am Universitätsklinikum Bonn ihre Türen. Interessierte können sich über das Angebot der Klinik informieren. Es gibt Vorträge rund um Demenz und Pflegeversicherung. An Informationsständen stellen sich die Alzheimergesellschaft Bonn/Rhein-Sieg e.V., die Grünen Damen am Bonner Universitätsklinikum und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vor. Aktionen zum Mitmachen wie kognitives Training, Musik-, Kunst-, Ergotherapie und Pflege runden das Programm ab. Die kostenlose Veranstaltung findet von 14 bis 17:30 Uhr in den Räumlichkeiten der Gerontopsychiatrischen Tagesklinik im Neurozentrum, Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg-Campus Süd statt.

Aufgrund der höheren Lebenserwartung nimmt die Zahl der Patienten mit neurodegenerativen oder psychischen Erkrankungen in der zweiten Lebenshälfte zu. Neurodegenerative Erkrankungen führen dabei häufig zu psychiatrischen Symptomen wie Depressionen. Umgekehrt müssen bei psychiatrischen Erkrankungen im Alter, insbesondere bei Demenzerkrankungen, immer auch neurologische Faktoren berücksichtigt werden. Diesem Umstand trägt das deutschlandweit einmalige Klinik-Konzept Rechnung. So bündelt die Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am Universitätsklinikum Bonn die Expertise beider Fachrichtungen unter einem Dach.

„Wir begrüßen die Eröffnung der Klinik auf dem Venusberg mit der angeschlossenen Tagesklinik. Dadurch wird die Diagnostik und Therapie von Betroffenen mit einer Demenz in der Region entscheidend verbessert. Die enge Verbindung mit dem DZNE ist hierbei ein besonderer Pluspunkt dieser Einrichtung“, sagt Dr. Helge Güldenzoph, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn/Rhein-Sieg e.V. Die Gesellschaft freut sich, den Tag der offenen Tür gemeinsam mit ausrichten zu können.

Ein 30 köpfiges Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Bewegungs-, Ergo-, Kunst-, Musik- und Tanztherapeuten und Pflegekräften kümmert sich dort hauptsächlich um Menschen mit neurodegenerativen oder psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Den Betroffenen gewährleistet das Klinik-Team eine umfassende Diagnostik und Behandlung rund um neurodegenerative Erkrankungen unter anderem  neurologische Bewegungsstörungen sowie gerontopsychiatrische Erkrankungen, wie z.B. Depression, Sucht, Gedächtnisstörungen und Demenzen – sowohl stationär, tagesklinisch als auch ambulant.

Gerontopsychiatrische Tagesklinik vervollständigt das Angebot

„Eine vollstationäre Therapie ist nicht immer notwendig und für viele Patienten ist es sogar besser, wenn sie in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können“, sagt Prof. Dr. Anja Schneider, Direktorin der Gerontopsychiatrie. Daher gibt es an der Bonner Universitätsklinik Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie auch ein teilstationäres Angebot. Die Gerontopsychiatrische Tagesklinik bietet Raum für eine umfassende Diagnostik und Behandlung von Demenzen im frühen Erkrankungsstadium sowie allen psychischen Erkrankungen ab 65 Jahren. So können zum Beispiel. Depression oder psychische Begleiterscheinungen einer neurodegenerativen Erkrankung wie Morbus Parkinson dort behandelt werden. Die Tageklinik mit 15 Plätzen ist werktags zwischen 8 und 16 Uhr geöffnet. Diagnostisch und therapeutisch bietet die Tagesklinik von medikamentöser Therapie, über Psychotherapie, Kunst-, Musik-, Physio- und Ergotherapie sowie kognitives Training bis hin zu Beratung von Angehörigen alles an – wie auch die stationäre Behandlung. Zudem gibt es zwei Mal pro Woche eine offene Sprechstunde, in der unter anderem geklärt wird, ob eine tagesklinische Behandlung die optimale Therapie für den Patienten ist.

Brücke von der Klinik in die eigenen vier Wände

„In der Tagesklinik sind die Betroffenen schon ein wenig selbständiger. So können wir unsere Patienten stärker in verschiedene Aktivitäten und Aufgaben einbinden, um sie weiter zu aktivieren und für die Zeit nach der Entlassung fit zu machen“, sagt Prof. Schneider. Viele Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen haben ein Problem mit einer selbständigen Tagesstrukturierung. Auch da kann die teilstationäre Behandlung Betroffenen helfen, wieder einen festen Tagesrhythmus zu bekommen. Die Gerontopsychiatrische Tagesklinik bietet sich auch als Übergang nach einem längeren stationären Aufenthalt an oder, wenn eine ambulante Therapie nicht mehr ausreicht, aber eine stationäre Therapie nicht zwingend erforderlich ist. Zudem können dort die Alltagsfunktionen bei Patienten beispielsweise mit einer Demenzerkrankung abgeklärt werden, wenn es dazu keine verlässlichen Informationen gibt. „Gerade bei Depression ist es oft wichtig, Rückzugstendenzen abzubauen sowie Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte aufzubauen. Dabei kann die Tagesklinik besonders gut unterstützen, weil die therapeutischen Ziele direkt zu Hause geübt und umgesetzt werden können“, beschreibt Prof. Schneider einen weiteren Vorteil der teilstationären Behandlung.

Kontakt für die Medien
Prof. Dr. Anja Schneider
Direktorin der Gerontopsychiatrie
Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15715
E-Mail: Anja.Schneider@ukbonn.de