Moderne Sterilisationsanlage am Universitätsklinikum Bonn eröffnet

Zentrale Aufbereitung für Medizinprodukte für gestiegene Anforderungen

Bonn, 10. August 2018 – Nach nahezu 25 Jahren im Chirurgischen Zentrum zieht die Zentrale Aufbereitung für Medizinprodukte am Universitätsklinikum Bonn (UKB) in ein neues, großes und modernes Gebäude. In der neuen Sterilgutaufbereitung können sogar die Instrumente für die neue roboterassistierte Chirurgie (Da Vinci-Technologie) sterilisiert werden, die anderen Kliniken extern sterilisiert werden müssen. Das Klinikum passt damit sowohl die bauliche als auch die technische Infrastruktur der Sterilgutaufbereitung an das im UKB stetig gestiegene Arbeitsaufkommen und die Hygieneanforderungen an.

Die Zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (ZAEMP) am Universitätsklinikum Bonn (UKB) ist für die Reinigung und Desinfektion von mittlerweile über 60.000 Sterilguteinheiten – beispielsweise Instrumentensiebe für Operationen mit Skalpellen, Pinzetten und Arterienklemmen bis hin zu roboterassistierten Systemen – zuständig, die täglich in den etwa 30 Operationssälen am UKB zum Einsatz kommen. Die gereinigten und desinfizierten Instrumente werden auf Defekte kontrolliert, gepflegt und auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Während defekte Teile ausgesondert und zur Reparatur gegeben werden, werden die anderen Instrumente sorgfältig zu einem neuen Instrumentensieb zusammengestellt, sterilisiert und an die Kliniken zurückgeliefert. Jeder einzelne Aufbereitungsschritt in diesem Medizinproduktekreislauf wird dokumentiert: So ist der Umlauf aller über 1.600 verschiedenen Operationssets mit je nach Operation zwischen 10 und 120 Instrumenten nachvollziehbar. „Für die stetig wachsenden Anforderungen sind die bisherigen 300 Quadratmeter zu begrenzt“, bilanziert Gerlind Peter, Leiterin der ZAEMP am UKB. Und Alexander Pröbstl, Pflegedirektor am UKB ergänzt: „Außerdem freuen sich die Kolleginnen und Kollegen über einen individuell angepassten, ergonomischen Arbeitsplatz. Unter anderem erleichtert auch ein leicht zu bedienender Industrielift, der nach Eingabe der Artikelnummern die gewünschten Instrumente automatisch auswirft, die Arbeit.“ In der neuen ZAEMP können sogar die Instrumente für die neue roboterassistierte Chirurgie (Da Vinci-Technologie) sterilisiert werden. Diese müssen von den meisen anderen Krankenhäusern zu speziellen Sterilisiationseinrichtungen verschickt werden.

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Die UKB-Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender (2. v. r.), und Alexander Pröbstl, Pflegedirektor (2. v. r.), bei der Eröffnung der ZAEMP zusammen mit Mitarbeiterinnn und Mitarbeitern der Stabsstelle Baumanagement am UKB und der ZAEMP. Foto: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/J. Saba

Erneuerung der Medizingeräte und der EDV

„In einem 24-Stunden-Betrieb der Hochleistungsmedizin braucht es nicht nur Spitzenoperateure und -pflege, sondern eben auch eine Spitzeninfrastruktur“, so Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB, bei der Eröffnung des neuen Gebäudes der ZAEMP. „Dazu gehört ein effizient und effektiv organisiertes Aufbereitungsmanagement. Nur so lässt sich der hohe Hygienestandard, den ein Spitzenklinikum vorhalten muss, wirtschaftlich gewährleisten. Da das UKB den zweithöchsten Schweregrad bei der Behandlung von Patienten deutschlandweit aufweist, sind die Anforderungen am UKB besonders hoch.“

Dementsprechend wurde im Rahmen des Ersatzbaus auch der Gerätepark erneuert. Neben dem Industrielift umfasst er nun insgesamt 17 Medizingeräte, die den neuesten Energierichtlinien entsprechen. Damit genügt die ZAEMP den maximalen Qualitätsanforderungen, die neueste Operationsverfahren mit sich bringen. Zum anderen wurde die EDV-Anlage auf den neuesten Stand gebracht. Nun ist bei Bedarf eine tägliche Inventur auf Knopfdruck möglich.

Der Ersatzbau der ZAEMP befindet sich im Bereich Mitte des Campus Venusberg. Das eingeschössige, 1.268 Quadratmeter große Gebäude wurde für insgesamt 9,25 Millionen Euro gebaut und ausgestattet und damit innerhalb des Zeit- und Kostenplanes fertiggestellt.