Kongress der Orthopäden und Unfallchirurgen rund um das Thema Sportmedizin

Mehr als nur Knochenarbeit

Sportverletzungen spielen heute in der orthopädischen Praxis eine immer größere Rolle. Während die Zahl beruflich bedingter Unfälle deutlich gesunken ist, nehmen die meist in der Freizeit zugezogenen Schäden an Skelett und Muskulatur stetig zu. So hat die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Bonn die 16. Bonner Orthopädie- und Unfalltage (BOUT) im Olympia- und Fußballweltmeisterschaftsjahr 2018 unter das Motto „Knochenarbeit im Sport“ gestellt. Am Freitag, 8. Juni, und Samstag, 9. Juni, diskutieren rund 500 Experten aus ganz Deutschland in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle über akute Verletzungen, chronische Überlastung, Prophylaxe, Rehabilitation und Prävention. Besonders hervorgehoben werden soll dabei die Bedeutung der Physiotherapie – für Breiten- und Spitzensportler.

Mit dem medizinischen Fortschritt steigen auch in der Orthopädie und  Unfallchirurgie die Ansprüche der Patienten. Wobei sich Dauer und Intensität der Therapie von Fall zu Fall deutlich unterscheiden können: „Ein 20-jähriger Fußballprofi wird anders zu behandeln sein als ein 55-Jähriger, der als Hobby Tennis spielt und keine zusätzliche sportpsychologische Betreuung braucht“, sagt Prof. Dr. Dieter Christian Wirtz, Direktor der Bonner Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Art und Schwere der Verletzung sind stets in Relation zum Alter und zum Allgemeinzustand des Patienten zu sehen.“ Die Faustregel dabei: „Je jünger und fitter, desto besser heilt es.“ Besonders häufig sind Verletzungen der Beine – vom Knie über das Sprunggelenk bis zum Fuß. Oft trifft es aber auch Schultern oder Wirbelsäule. „Probleme der Muskulatur als eigenständigem Organ werden hingegen häufig unterschätzt. Dieses Thema möchten wir nun mehr in den Blickpunkt rücken“, fügt Prof. Wirtz hinzu.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses sind Fortschritte in der Akut- und Langzeittherapie. So wurden in den vergangenen 15 Jahren die minimal-invasiven Techniken, die das Weichteiltrauma bei einer Operation so gering wie möglich halten, beständig weiter entwickelt. Aber auch in der konservativen Therapie wird der Spielraum größer. „Eine Außenrandruptur am Sprunggelenk wurde vor 20 Jahren noch operiert. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass eine konservative Therapie mit stabilisierenden Orthesen und Physiotherapie im gleichen Zeitraum einen gleichwertigen Erfolg zeigen“ zieht Prof. Dr. Christof Burger, stellvertretender Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bilanz. Ob, wann und wie Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder oder Muskeln schließlich wieder belastet werden dürfen, sei die Entscheidung des erfahrenen Sportarztes und nicht etwa die eines übermotivierten Patienten.

Hinweis für die Medien:
Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich im Rahmen des BOUT-Kongresses am Freitag, 8. Juni, selbst ein Bild zu machen. Prof. Dr. Dieter Christian Wirtz und Prof. Dr. Christof Burger stehen um 13:30 Uhr in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, gerne Rede und Antwort. Treffpunkt ist der Anmeldecounter des Kongresses. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter sara.vonk@ukbonn.de gebeten

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Dieter Christian Wirtz
Geschäftsführender Direktor des Chirurgischen Zentrums
Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Prof. Dr. Christof Burger
Stellv. Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Ltd. Arzt Schwerpunkte Unfall-, Hand- und Plastisch-rekonstruktive Chirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14170
E-Mail: Dieter.Wirtz@ukbonn.de
E-Mail: Christof.Burger@ukbonn.de