Prof. Haberl mit höchstem Orden Estlands ausgezeichnet

Prof. Hannes Haberl, Leiter der Pädiatrischen Neurochirurgie am Universitätsklinikum Bonn (UKB), ist mit dem „Verdienstkreuz des roten Kreuzes“ der Republik Estland ausgezeichnet worden. Kersti Kaljulaid, die estnische Staatspräsidentin, verlieh Haberl den Orden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 21. Februar für den Aufbau einer neurochirurgischen Versorgung von Kindern in Tallin.

Prof. Haberl ist erst der zweite ausländische Arzt, dem diese Ehre bisher zuteil wurde. Die Auszeichnung ist mit dem Bundesverdienstkreuz vergleichbar und ehrt „Verdienste auf humanitärem Gebiet oder bei der Rettung von Menschenleben für das estnische Volk“. Haberl, der u. a. Spezialist für Rückenmarksoperationen bei Kindern mit einer spastischen Lähmung ist, engagiert sich seit mittlerweile 20 Jahren ehrenamtlich für Estlands Kinder. Zusammen mit seinem neuropädiatrischen Kollegen Dr. Theodor Michael, der ebenfalls ausgezeichnet wurde, leistete er neurochirurgische Pionierarbeit: Er gewann Stiftungen und andere Geldgeber, um einen Operationsaal einrichten zu können, und führte bei über 350 betroffenen Kindern Operationen durch. Daneben bildete er estnische Kinder- und Neurochirurginnen und -chirurgen operationstechnisch fort. Dr. Michael vermittelte die Ausbildung von Orthesenspezialisten und etablierte in der Kinderklinik Tallinn systematische diagnostische Verfahren. Gemeinsam bemühten sich beide Ärzte um die Verbesserung der Inklusion von Kindern mit Behinderung.

„Die Dankbarkeit der Kinder und ihrer Familien und das Interesse der estnischen Kolleginnen und Kollegen ist eine große Motivation für unser Engagement. Die Anerkennung unseres Einsatzes von höchster staatlicher Stelle ist natürlich noch einmal etwas ganz Besonderes – dafür bedanken wir uns herzlich“, stellte Professor Haberl nach der Verleihung fest.