Zum Schutz von Kindern: UKB und Stadt Bonn vereinbaren Kooperation

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und das Jugendamt der Bundesstadt Bonn haben eine Kooperation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen unterzeichnet. Als erstes Klinikum der Region führt das UKB damit eine verbindliche Regelung für die Zusammenarbeit mit der Behörde bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung ein.

Ziel der Kooperation ist es, den Schutz von Kindern und Jugendlichen unter anderem durch schnelles und abgestimmtes Handeln sowie professionelle Diagnostik und Behandlung weiter zu verbessern. „Mit dieser Vereinbarung bauen wir die bereits seit vielen Jahren gelebte und bewährte Praxis nun auch offiziell weiter aus“, stellt Professor Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB, fest.

Mit der Kooperationsvereinbarung wird eine vor zwölf Jahren durch die Kinderschutzgruppe des UKB eingeführte Praxis schriftlich festgehalten: Danach leiten Ärzte, Pfleger oder Hebammen des UKB bei Verdacht auf jedwede körperliche oder seelische Misshandlung oder Vernachlässigung sowie bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch etc. eine diagnostische Abklärung ein. Bestätigt sich der Verdacht, wird umgehend ein Ansprechpartner des Jugendamts hinzugezogen. Daneben wird durch die Kooperation nun ein zusätzliches jährliches Treffen eingerichtet, bei dem Mitarbeiter der beiden Institutionen gemeinsam die bisherige Zusammenarbeit überprüfen, sich über die eingeführten Abläufe austauschen und weitere Kooperationsinhalte besprechen.

Das UKB behandelt derzeit im Durchschnitt zwei Kinder pro Woche, bei denen sich der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bestätigt. „Da wir nicht nur Kinder aus Bonn behandeln, streben wir für die Zukunft auch Kooperationsvereinbarungen mit den Jugendämtern der angrenzenden Kreise an“, sagt Dr. Ingo Franke, geschäftsführender Oberarzt der Kinder- und Poliklinik am UKB.

Zur KinderSchutzGruppe des UKB

Die KinderSchutzGruppe des UKB wurde als erste universitäre Kinderschutzgruppe Deutschlands im Jahr 2006 gegründet. Ihr Ziel war es, den Mitarbeitern am UKB mehr Sicherheit beim Umgang mit Kindern, die unter dem Verdacht auf Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung in einer Klinik des UKB vorgestellt werden, zu geben. Die KinderSchutzGruppe ist multiprofessionell aufgestellt und zählt Kinderärzte, Rechtsmediziner, Kinderpsychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger zu ihren Mitgliedern. Die durch sie erarbeiteten Strukturen und Verfahren sind als Leitlinie zum nationalen Standard geworden. Dazu zählt auch die strukturierte Zusammenarbeit mit den Jugendämtern. Daneben hat die KinderSchutzGruppe bestehende Aufnahme- und Anamnesebögen mit Blick auf den Kinderschutz weiterentwickelt und beispielsweise mit dem Klinischen Pfad eine Handlungsanweisung für Ärzte bei der Überprüfung des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung entwickelt.

Kontakt für die Medien
Dr. med. Ingo Franke
Gfd. Oberarzt Klinik und Poliklinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Zentrum für Kinderheilkunde
Adenauerallee 119
53113 Bonn
Tel: +49 (0) 228 287-33030
E-Mail: ingo.franke@ukbonn.de
http://www.ukbonn.de

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