Vortrag über Adipositas und psychische Risikofaktoren

Ist krankhaftes Übergewicht eine Essstörung?

„Ist Adipositas eine Essstörung?“: Unter diesem Motto veranstaltet die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn am Mittwoch, 4. Oktober, um 18 Uhr einen Vortrag. Es geht unter anderem darum, inwieweit psychische Faktoren eine Rolle bei krankhaftem Übergewicht, fachsprachlich Adipositas, spielen. Die kostenlose Fortbildung richtet sich an Ärzte, Psychologen sowie Interessierte und findet im Hörsaal 1 des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg statt. Vertreter der Medien sind eingeladen.

adipös – Tendenz seit Jahren weiter steigend. Denn in unserer heutigen Überflussgesellschaft gibt es eine Fülle an kalorienreicher Nahrung und Getränke. Hinzukommt ein meist inaktiver Lebensstil mit hohem Medienkonsum. „Nahrungsaufnahme und Bewegung sind aus dem Gleichgewicht geraten“, sagt Dr. Katrin Imbierowicz, Oberärztin an der Bonner Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Jeder kennt es beispielsweise zu Weihnachten, wie schwer es ist, sich zurückzuhalten, wenn es gerade so gut schmeckt. Dem einen oder anderen fällt es noch schwerer dem alltäglichen Nahrungsüberfluss im Kopf eine Bremse zu setzen. Auch kann beispielsweise Essen genutzt werden, um unangenehme Gefühle wie Ärger, Langeweile, Traurigkeit oder Einsamkeit zu bewältigen. Manche schaffen sich mit dem Übergewicht einen „Schutzpanzer“ oder nutzen Essen als „Ersatzbefriedigung“. Bei psychischen Risikofaktoren kann aber die Grenze zu einer Essstörung fließend sein, die durch einen Kontrollverlust gekennzeichnet ist. Treten beispielsweise Essattacken jede Woche über mehrere Monate auf, spricht man von der Binge Eating-Störung. „Die Betroffenen sind dem Essen über einen längeren Zeitraum völlig ausgeliefert“, sagt Imbierowicz. „Hinzu kommt ein hoher emotionaler Druck durch Scham.“

Hilfe raus aus der Gewichtsspirale

Menschen mit einem krankhaften Übergewicht sollten zunächst Rat bei ihrem Hausarzt suchen. Falls keine Krankheit wie eine Fettstoffwechselstörung vorliegt, klärt er in seiner Funktion als Lotse, ob eine Fehlernährung verbunden mit einem gewichtsfördernden Lebensstil oder eine behandlungsbedürftige Essstörung vorliegt. Diese kann gut mit einer Psychotherapie in Kombination mit Bewegungstherapie und Ernährungsberatung behandelt werden.

Referent der Veranstaltung ist Prof. Dr. Martina Zwaan, Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Um Anmeldung unter psychosomatik@ukbonn.de wird gebeten. Mehr Infos zur Veranstaltung gibt es unter: http://www.psychosomatik-bonn.de/fileadmin/user_upload/Vortrag04102017Adipositas.pdf

 

Kontakt für die Medien:
Dr. Katrin Imbierowicz
Oberärztin an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-16299
E-Mail: Katrin.Imbierowicz@ukbonn.de

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