Patientenkolloquium am 18. Mai rund um die chronische Erkrankung im Kindesalter

Leben mit Epilepsie

Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums „Uni-Medizin für Sie – Mitten im Leben“ lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend ein. Unter dem Motto „Unser Kind hat Epilepsie – Wie geht es jetzt z. B. mit Schule und Sport weiter?“ geben Vorträge einen Überblick über Behandlungsoptionen, auch dann wenn Medikamente nicht helfen, sowie Ratschläge rund um das Aufwachsen mit der chronischen Erkrankung.

Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 18. Mai, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg statt.

Mehr als jede dritte Epilepsie beginnt im Kindesalter. Vielen der kleinen Betroffenen kann mit Medikamenten erfolgreich geholfen werden, so dass sie über Monate oder sogar Jahre anfallsfrei sind. Manche heilen gar aus. Trotzdem wirkt sich die chronische Erkrankung auf ihren Alltag aus. Doch ist so viel „Normalität“ wie möglich für ein an Epilepsie erkranktes Kindes wichtig. Auch ist die chronische Erkrankung meistens kein Hinderungsgrund, einen Kindergarten oder eine Regelschule zu besuchen sowie mit bestimmten Einschränkungen Sport zu treiben. Neuropädiater Dr. Daniel Tibussek von der Gemeinschaftspraxis für Kinder und Jugendmedizin in St. Augustin klärt unter anderem auf, welche Aspekte dabei zu beachten sind und beispielsweise wann das Kind eine speziellere schulische Förderung braucht.

Optionen bei schwertherapierbaren Epilepsien

Ein weiteres Thema der Informationsveranstaltung sind Behandlungsoptionen, wenn Medikamente dem an Epilepsie erkrankten Kind nicht helfen. Eine Alternative ist unter anderem die ketogene Diät, also eine sehr fettreiche, jedoch kohlenhydratarme Ernährung. In der Bevölkerung ist dies als Aitkins-Diät bekannt. Zwar ist die Wirkungsweise nicht geklärt, doch erweist sich die im Alltag aufwendige Nahrungsumstellung bei einem Teil der schwerbehandelbaren kleinen Patienten als sehr effektiv. Da sie weitgehend ohne Nebenwirkungen ist, ist ein Therapieversuch in jedem Fall sinnvoll. Der dauerhafte Verzicht auf Süßigkeiten gelingt allerdings oft nicht konsequent genug.

Eine andere Möglichkeit ist ein operativer Eingriff, bei dem die für die Epilepsie verantwortlichen Hirnstrukturen entfernt werden. „Für schwer zu behandelnden Epilepsien bei Kindern kann die Epilepsiechirurgie eine ‘heilende’ Alternative sein. Sie wird insbesondere im Kindesalter aber zu wenig genutzt“, sagt Prof. Dr. Christian Elger, Direktor der Klinik für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn. Sollte ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht möglich sein, ist eine Vagusnerv-Stimulation eine Option, deren Erfolge allerdings auf eine Reduktion der Anfallshäufigkeit beschränkt sind. Nach den Vorträgen besteht die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Christian Elger
Direktor der Klinik für Epileptologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-19388
E-Mail: Christian.Elger@ukbonn.de

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