Richtfest für das Eltern-Kind-Zentrum: Uniklinikum Bonn feiert Baufortschritt

Bonn, 20.03.2017. Der Rohbau steht, der Dachstuhl ist sicher – vor nicht einmal einem Jahr fiel der Startschuss für die Baumaßnahmen des neuen Eltern-Kind-Zentrums auf dem Campusgelände Venusberg. Heute, am 20. März 2017, zieht das Uniklinikum Bonn den Richtkranz hoch über dem Eltern-Kind-Zentrum, welches liebevoll „ELKI“ genannt wird.

Es ist ein großartiger Tag für unser UKB. Das Richtfest markiert einen wichtigen Meilenstein für das ELKI, das wir bereits Ende 2018 beziehen werden“, freut sich der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Prof. Wolfgang Holzgreve. „Die Bauarbeiten schreiten zügig voran und liegen exakt im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen“.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB

Auf 11.787m2 entstehen zurzeit ca. 180 Betten für die kleinen Patienten und die Frauen in der Schwangerschaft und um die Geburt herum. Im ELKI sind zwei neonatologische Stationen, drei Stationen der Pädiatrie, die Stationen der Geburtshilfe und für Frauen vor und nach der Geburt sowie eine onkologische Pflege mit Tagesklinik vorgesehen. Ergänzt wird das breite medizinische Angebot durch vier Kreiß- und vier OP-Säle sowie Ambulanzen der Geburtshilfe und Pädiatrie. Aber es geht nicht nur um die Funktionalität. Das ELKI soll zu einer angstfreien Zone werden. Dafür sind im Gebäude diverse Kunstkonzepte und interaktive Spielflächen vorgesehen. Einige Ideen stammen vom bekannten Comedian und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen, dessen langjährige philanthrope Aktivität unter dem Motto „Humor hilft heilen“ beim ELKI in ein Gesamtkonzept „Kultur hilft heilen“ eingegangen ist.

ELKI soll ein Gebäude sein ,das Geschichten erzählt“, sagte Eckart von Hirschhausen. „Es soll den Kindern, das Gefühl geben, dass sie hier willkommen sind.“Die Kunstkonzepte im ELKI werden die kleinen positiven Momente liefern, die in Erinnerung bleiben. Vor allem sei es wichtig, den Menschen mit Schmerzen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht alleine sind, so der Erfinder des medizinischen Kabaretts.

Dr. Eckart von Hirschhausen

Großzügig unterstützt wird das ELKI durch die Stiftung Kinderherzen Bonn und die Elterninitiative für herzkranke Kinder und Jugendliche Bonn, welche einen Hybrid-OP-Saal mit modernster IT-Vernetzung ermöglichen, den Förderverein für krebskranke Kinder, welcher ein großes Familienhaus direkt neben dem ELKI baut, und den Verein der Freunde und Förderer der Kinderklinik, welcher ein digitales Aquarium für die Eingangshalle ermöglicht. Alles zusammen soll dafür sorgen, dass sich die Kinder trotz ihrer Erkrankungen im ELKI wohlfühlen. Die kleinen Patienten können dann vielleicht bald einen virtuellen Fisch malen, einscannen und auf die Schwimmreise ins Aquarium entlassen. Dadurch stellen sie eine besondere Verbindung zur ihrem neuen Aufenthaltsort her. Andere Spiel- und Kunstkonzepte werden ebenfalls die Kinder dazu animieren, das Haus mit allen Sinnen zu erkunden.

Auch für Erwachsene, die ihr Kind im ELKI zur Welt bringen oder behandeln lassen, soll die neue Klinik besonders angenehme Erinnerungen erzeugen, und der Vorsitzende des Vereins „Bürger für Beethoven“ wird Ideen für einen „Beethoven-Kreißsaal“ liefern – als Brücke zum berühmtesten Neugeborenen der Stadt Bonn.

Dr. phil. Stephan Eisel

Alle diese von Prof. Holzgreve rund um das ELKI initiierten Kulturprojekte stehen im Zusammenhang mit der großartigen Architektur des Professoren-Ehepaares Nickl, die schon Kinder- bzw. geburtshilfliche Kliniken, zum Beispiel an den Universitätsklinika in Hamburg und Heidelberg, gebaut und den Wettbewerb für die geplante Universitäts-Kinderklinik in München gewonnen haben.

Das Bestreben von Nickl & Partner und all seinen Mitarbeitern besteht darin, die bestmöglichen Gesundheitseinrichtungen für alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft, zu realisieren. Deshalb ist es für uns eine besondere Ehre, an diesem großartigen Projekt beteiligt sein zu dürfen und einen Beitrag zum Gelingen der Vision zu leisten“, sagte Magnus Nickl.

Magnus Nickl

Das ELKI in Bonn wird durch eine Brücke mit der unmittelbar daneben liegenden jetzigen Frauenklinik verbunden sein, in der dadurch die Gynäkologie in enger Verbundenheit mit der Geburtshilfe bleiben und mehr Platz für die in Bonn bundesweit führende Intensivbetreuung der Frühgeborenen und Kinder mit angeborenen Fehlentwicklungen des Herzens und anderer Organe geboten werden kann.

Möglich wurde der lange überfällige Bau des ELKI durch die großzügige Unterstützung der Landesregierung NRW. Und so ließ es sich der für die Bauten an Universitätskliniken zuständige Minister Michael Groschek nicht nehmen, persönlich zum Richtfest zu erscheinen. Im Namen der Landesregierung gratulierte der Bauminister Groschek zum Richtfest und wies darauf hin, dass die Landesregierung bis zum Jahr 2020 rund 2,2 Milliarden Euro in die Zukunftsfähigkeit seiner sechs Universitätskliniken investiere. „Das Geld ist gut angelegt. Das ist nicht nur ein neuer Leuchtturm der Spitzenmedizin, sondern ein modernes Gebäude, das Eltern, Kindern und Beschäftigten hohe Aufenthaltsqualität und damit ‚Heimat auf Zeit‘ bietet.“ Groschek erwähnte auch, dass sein Ministerium im Rahmen der Aufstellung des ÖPNV-Bedarfsplanes den Bau einer Seilbahn zum Klinikgelände auf dem Venusberg prüfe.

Minister Michael Groschek

Die Baubewilligung, die auch eine detaillierte Planung der auf dem Venusberg schwierigen Verkehrsmobilität und der Parkplatzsituation einschloss, wurde sorgfältig von der Bundestadt Bonn vorbereitet und schließlich mit strengen Auflagen, zum Beispiel für die Bereitstellung von Ersatzparkplätzen, erteilt. Gleichzeitig wird in verschiedenen Arbeitskreisen zwischen Stadt, Anwohnern und UKB ein detailliertes Mobilitätskonzept erarbeitet, welches sich vom Mobility-Ticket über Fahrgemeinschaften, ein neues Beschilderungskonzept, die Verbesserung der Bus-Situation, die Förderung von E-Bikes bis hin zur Planung einer Seilbahnlinie vom neuen Bahnhof hinter der Bundeskunsthalle bis zum Venusberg erstreckt, wobei das Konzept einer Seilbahnanbindung wegen fehlender Alternativen für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation aus Sicht des UKB und anderer Kenner der Situation dringend erforderlich ist.

Dekan Prof. Dr. med. Nicolas Wernert

Die logistischen und gleichzeitig medizinischen Vorteile durch den Umzug der Kinderklinik ins ELKI liegen aber jetzt schon auf der Hand. Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, fasste zusammen: „Die Verlegung von der Adenauerallee auf den Venusberg für medizinische Untersuchungen und Eingriffe und die damit verbundenen Trennungen und anstrengenden Fahrten bleiben den kleinen Patienten und deren Angehörigen zukünftig erspart.“ Dabei sei die Rede von rund 20.000 Fahrten zwischen den beiden Standorten pro Jahr, ergänzte OB Sridharan.

Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn

Der Vorstandsvorsitzende des UKB Prof. Holzgreve dankte seiner Bauabteilung, den Nutzern, den Ministerien, der Stadt, den Architekten, Planern und Bauleuten für ihre sorgfältigen Vorbereitungen und zeitgerechten Ausführungen, sodass nach dem heutigen Richtfest weniger als ein Jahr nach dem Spatenstich nun einem Einzug in das ELKI vor Weihnachten 2018 nichts im Wege stehen dürfte.

Impressionen vom ELKI-Richtfest

PM ELKI Richtfest zum Download

 

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