Uniklinikum Bonn und Malteser Krankenhaus unterzeichnen Kooperationsvertrag

Schulterschluss in der Versorgung älterer Menschen

Unsere Gesellschaft altert in grossen Schritten: Der jüngsten Bevölkerungsvorausberechnung zufolge wird im Jahr 2060 jeder Dritte 65 Jahre oder älter sein. Auf diese Entwicklung reagieren das Univeritätsklinikum Bonn (UKB) und das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg: Mit einer engeren Zusammenarbeit und gemeinsamen Strukturen sorgen beide Institutionen zukünftig für eine altersentsprechende und hochqualifizierte Versorgung älterer und hochbetagter Menschen – insbesondere nach Unfällen und bei  Knochenbrüchen.

Gemeinsam besser als einzeln – Interdisziplinäre Versorgung aus einer Hand

Um die bestmögliche Versorgung älterer Menschen sicherzustellen, unterschrieben im Januar die Vorstände der beiden Kliniken einen Kooperationsvertrag. Dieser regelt vor allem eine gemeinsame Versorgung von Patienten mit Knochenbrüchen, die besonders häufig im höheren Lebensalter auftreten. Die in der Uniklinik von den Experten der Orthopädie und Unfallchirurgie operierten hochaltrigen Patienten werden zukünftig durch die Spezialisten für Altersmedizin aus dem Malteser Krankenhaus mitbehandelt.

Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB Prof. Wolfgang Holzgreve erklärt den Vorteil der Zusammenarbeit der beiden Krankenhäuser für die Betroffenen: „Menschen in höherem Alter haben häufig mehrere Erkrankungen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes oder demenzielle Erkrankungen. Diese so genannte Multimorbidität muss in die Therapie der eigentlichen Verletzung,  also zum Beispiel des Knochenbruchs, einbezogen werden. Auch die Rehabilitation nach der Operation muss bei älteren Menschen speziell gesteuert werden, damit Betroffene möglichst schnell wieder‚ auf die Beine kommen‘.“ Für diese spezialisierte Behandlung sei die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Operateuren, Altersmedizinern und weiteren Partnern wie Physio- und Ergotherapeuten entscheidend, so Holzgreve weiter.

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Zukunftsmodell: Über Träger- und Fachgrenzen hinaus

Dass dieses Modell ganz im Sinne der betroffenen Menschen die Versorgung verbessert, zeigen das Alterstraumatologische Zentrum am Malteser Krankenhaus selbst sowie ein im Sommer 2016 zertifiziertes Zentrum, das das Malteser Krankenhaus gemeinsam mit dem Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling betreibt. Auch hier profitieren Ältere, die sich bei einem Sturz oder Unfall eine Fraktur zugezogen haben, von der gemeinsamen und abgestimmten Behandlung durch Unfallchirurgen, Orthopäden und  Geriater.

Dr. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer Medizin und Pflege der Malteser Deutschland gGmbH und Walter Bors, Geschäftsführer der Malteser Rhein-Sieg gGmbH sehen in dieser Form der fachübergreifenden Kooperation zweier Krankenhäuser ein Zukunftsmodell: „In einer alternden Gesellschaft  wird es immer wichtiger, die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen in darauf abgestimmten Versor- gungsstrukturen abzubilden – über die Grenzen von Fachgebieten und auch Trägern   hinweg.“

Mit dem Kooperationsvertrag, den die Vorstände der Uniklinik Bonn und des Malteser Krankenhauses Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg nun unterschrieben haben, ist der erste Schritt zu einer solchen Struktur gemacht. Im Laufe des Frühjahrs planen die Verantwortlichen die Umsetzung im Klinikalltag.

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