Patientenkolloquium rund um Ursachen von Schwindel-Attacken und deren Therapie

So kommt man wieder ins Gleichgewicht

Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums „Uni-Medizin für Sie – Mitten im Leben“ lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend ein. Unter dem Motto „Schwindel – was bringt uns wieder ins Gleichgewicht?“ geben Vorträge einen Überblick rund um Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten, wenn Schwindel-Attacken tiefere Ursachen haben. Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 16. Februar, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg statt.

Es wird einem schwarz vor Augen, der Boden schwankt oder alles dreht sich: Schwindel äußert sich nicht nur ganz unterschiedlich, sondern gehört auch zu den häufigsten Beschwerden, weswegen Patienten ärztlichen Rat suchen. „Für Ärzte wiederum stellt sich Schwindel oft als subjektives und schwer fassbares Problem dar, so dass oft keine präzisen Diagnosen gestellt werden“, sagt Prof. Dr. Thomas Klockgether, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Bonn. Ist das System, das unser Gleichgewicht regelt, gestört, dann entsteht Schwindel. Oft sind damit auch Gangunsicherheit und Übelkeit bis hin zum Erbrechen verbunden. Die Ursache dafür reichen über Erkrankungen im Innenohr, die das dort sitzende Gleichgewichtsorgan beeinträchtigen, über Durchblutungsstörungen des Gehirns bis hin zu Hirntumoren.

Unberechenbare Kristalle im Ohr

Häufig ist der so genannte Lagerungsschwindel. Im Innenohr gelöste Kalk-Kristalle, auch Ohrsteinchen genannt, die in Bogengängen des Gleichgewichtsorgans gelangen, reizen bei Kopfbewegungen Sinneszellen und bewirken dadurch heftige Schwindelbeschwerden. Die Drehschwindelattacken wirken zwar auf den Betroffen bedrohlich, sind aber harmlos und können durch sogenannte „Repositionsmanöver“ behandelt werden. Dabei werden die Ablagerungen aus den Bogengängen durch eine bestimmte Lagerung und Drehung des Patienten herausbefördert. Auch entzündliche Erkrankungen des Ohres führen mitunter zu Schwindelbeschwerden, insbesondere die chronische Knocheneiterung. In einem fortgeschrittenen Stadium kann das so genannte Cholesteatom zu einer Zerstörung des Bogengangsystems führen. „Eine solche Entzündung muss umgehend operativ behandelt werden“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Bootz, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn. In höherem Alter tritt andauernder Schwindel und Gangunsicherheit oft als Folge chronischer Durchblutungsstörungen des Gehirns auf. Diese häufige Form des „Altersschwindels“ lässt sich meist nicht ursächlich behandeln. „Die Symptome lassen sich aber durch krankengymnastisches Koordinations- und Gleichgewichtstraining lindern“, sagt Barbara Jahnke, Physiotherapeutin an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn.

Plötzliche Schwindel-Attacke ist ein Notfall

Prof. Bootz und Prof. Klockgether betonen, dass Diagnostik und Therapie von Schwindelbeschwerden eine fachübergreifende Aufgabe von HNO-Ärzten, Neurologen, Augenärzten, Kardiologen und Orthopäden ist. Der akut einsetzende Schwindel sei ein medizinischer Notfall, der sofortiger Abklärung bedarf – am besten in einem interdisziplinären Notfallzentrum. Einen wichtigen therapeutischen Ansatz bei vielen Schwindelbeschwerden stellt Physiotherapeutin Jahnke vor. Ziel dabei ist, durch intensives Training deren Kompensation zu erreichen. Nach den Vorträgen besteht die Gelegenheit, Fragen an die Referenten des Universitätsklinikums Bonn zu stellen.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Bootz
Direktor der Klinik für Hals- Nasen- Ohrenheilkunde/Chirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15552
E-Mail: Friedrich.Bootz@ukbonn.de

Prof. Dr. Thomas Klockgether
Direktor der Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Bonn
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Telefon: 0228-287-15736
E-Mail: Thomas.Klockgether@ukbonn.de

Barbara Jahnke
Physiotherapeutin an der Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15721
E-Mail: Barbara.Jahnke@ukbonn.de

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